IMAZ e.V. Interkulturelles MigrantInnenzentrum: Aktuelles
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20.07.2011

Zwei Personen mit Migrationshintergrund erfolgreich in die Arbeit vermittelt

Austauschtreffen der Kooperationspartner über den aktueller Stand (Januar 2011) des innovativen Projektes „Mobiles Bewerbungscoaching in Migrantenorganisationen (MoBeMi)“ (ein Projekt des IMAZ e. V. in Kooperation mit MOZAIK gGmbH und Jobcenter Düsseldorf)


Teilnehmer/-innen von links nach rechts: Behram Yilmaz, Alevitisches Kultur Zentrum Düsseldorf e.V., Sadettin Bilkay, Diyanet DITIB Moschee Camii Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V., Düsseldorf, Katharina Kodal, IMAZ e.V., Düsseldorf, Ahmet Top, Fidan Türkische Kultur und Sport e.V. Düsseldorf, Christian Wiglow, Jobcenter Düsseldorf (früher ARGE Düsseldorf), Cemalettin Özer, MOZAIK gGmbH, Bielefeld, Bildnachweis: G. Orozova, MOZAIK gGmbH

Am 20.01.2011 haben sich in Räumen IMAZ e.V., die Kooperationspartner/-innen des MobeMi-Projektes getroffen und sich ausgetauscht.

Die MoBeMi-Projektkoordinatorin Frau Dipl.-Päd. K. Kodal begrüßte die Runde. Der Moderator und Geschäftsführer MOZAIK gGmbH Her Dipl.-Ing. Cemalettin Özer stellte die Teilnehmer-/-innen vor und erzählte über Vorhaben und Projektverlauf seit Anfang des MoBeMi-Projektes im September 2010.
Der Leiter der Stabsstelle Beschäftigungsförderung Jobcenter Düsseldorf Herr Christian Wiglow erklärte das Anliegen des Jobcenters bei der Unterstützung des MoBeMi-Projektes: dank der Kooperationsarbeit innerhalb des IQ-Netzwerkes war das Jobcenter (früher ARGE) Düsseldorf überzeugt, neue Instrumente zu testen. Die Zahl der ALG II Bezieher ist hoch. Rd. 8.500 Menschen mit Migrationshintergrund werden im
Jobcenter betreut. Oft gelingt wegen mangelnder Deutsch-Sprachkenntnisse und evtl. Kulturunterschiede ein Integrationsprozess nicht auf ersten Anhieb. Ein Teil dieser Zielgruppe sollen durch MO’s erreicht und im neuen MOBEMI-Projekt mehrsprachig und interkulturell beraten werden.
Frau Kodal teilte mit, dass nicht nur türkischsprachige Vereine angesprochen wurden. Auch die russisch-/ persischsprachige und andere Migrantenorganisationen haben Interesse an einer Projektkooperation. Sie erzählte über den Projektablauf: Daten sammeln, Auftaktveranstaltungen in MO’s durchführen, Menschen ansprechen, Flyer auslegen, erste Kund/-innen beraten, Stärken und Schwächen herausfinden, Menschen motivieren, herausfinden, welche Schritte für die bessere Arbeitsmarktintegration gemacht werden können. Auch über erste konkrete Erfolgsergebnisse berichtete Frau Kodal: 2 Personen wurden in Vollzeitarbeitsstellen vermittelt, obwohl, die Vermittlung in die Arbeit nicht als Hauptziel des Projektes definiert war.Herr Wiglow begrüßte die ersten Erfolge und betonte, dass die Vermittlungen der Personen mit Migrationshintergrund beim Jobcenter sehr gut angekommen sind und weitere Vermittlungen gewünscht
sind.
Frau Kodal stellte ausführlich dar, dass in MoBeMi-Projekt seit September 2010 10 Kund/-innen mit Migrationshintergrund begleitet und beraten worden sind. Davon sind:
· 2 Vermittlungen in die Vollzeitstellen
· 2 mündliche Zusagen in die Arbeit und Sprachkurse
· 2 Berufsanerkennungsprozesse im Laufe
· Andere Kund/-innen sind noch in Beratungsprozess sind
Wenn Menschen zur Beratung kommen, nach der Meinung von Frau Kodal, geht es in der ersten Linie nicht um Motivationsprobleme, wie ursprünglich gedacht war, sondern mehr um Umorientierung in der Berufswelt. Durch das MOBEMI-Projekt soll den Menschen klar gemacht werden, dass die Berufsbandweite viel größer ist, als sie glauben.
Herr A. Top aus FIDAN e.V. berichtete über das Projekt in seinem Verein. Nach der Auftaktveranstaltung wurde klar, dass die Vereinsmitglieder nicht so viel Interesse an diesem Angebot hatten. Aus 200 Vereinsmitgliedern sind schätzungsweise höchstens nur 20-30% ALG II - Bezieher. Manche möchten sich als Hartz IV - Empfänger aus Scham nicht outen.
Herr Wiglow stellte fest, dass auch die Vereine ihren Nutzen an der Kooperation mit dem MoBeMi-Projekt haben: mehr Vertrauen, Vereinsleben wird aktiviert. Wenn „Erfolgstories“ per Mundpropaganda weitergegeben werden, wird es für andere Mitglieder attraktiver, Projektangebote wahrzunehmen.
Herr S. Bilkay, Diyanet DITIB, erzählte kurz, dass in seinem Verein mehr Interesse von Frauen gezeigt wurde, dass sie zuverlässiger sind. Die MO-Mitglieder sollen mit anderen Mitteln aktiviert werden. In dem Alevitischem Kulturzentrum Düsseldorf wurden viele Aktivitäten unternommen, was Herr B. Yilmaz mitteilte. Nicht nur durch die Auftaktveranstaltung wurden Vereinsmitglieder angesprochen, sondern auch
durch persönliche Ansprache und Überzeugungsarbeit durch Bildungsbeauftragte des Vereins wurde die ehrenamtliche Projektarbeit umgesetzt.
Herr Wiglow machte deutlich, dass die Kooperationsarbeit mit Migrantenorganisationen verbessert werden müsse. Die Statistiken des Jobcenters Düsseldorf zeigen, dass die Kund/-innen aus 147 Ländern kommen:
· Die Mehrheit davon sind die Menschen aus Türkei,
· danach folgen Menschen aus GUS-Staate (meistens Aussiedler/-innen)
· die nächste Gruppe bilden Personen aus der ehemaligen Jugoslawien
· dann folgen Menschen aus Griechenland usw.
Herr Özer machte im Anschluss einen neuen Schritt bei der Kooperationsarbeit: nicht nur arbeitslose Menschen aus den Vereinen in das Projekt einzubeziehen, sondern auch die Unternehmer/-innen und berufstätige Vereinsmitglieder, ob sie evtl. Informationen zu offenen Jobstellen haben und damit ihren Vereinen bei Integrationsarbeit verhelfen können. Die ersten praktischen Projekterfahrungen zeigen, dass
die neuen Instrumente gefunden werden sollen, um mehr ALG II Bezieher zu erreichen.
Frau Kodal sagte, dass die Schamgrenze bei Menschen einfach zu bewältigen ist, da MoBeMi-Beratungen nicht nur in Vereinen, sondern auch bei IMAZ e.V. angeboten werden. Auf diese Art und Weise kann die Anonymität vor der Öffentlichkeit geschützt werden. Sie bedankte sich für die bisherige Kooperationsarbeit. Die Idee des innovativen „Mobilen Bewerbungscoachings“ ist eine neue Möglichkeit in den Migrantenorganisationen die arbeitslosen bzw. arbeitsuchenden Migranten und Migrantinnen zu erreichen und eine intensive mehrsprachige, individuell angepasste Bewerbungsberatung anzubieten. Das Projektziel ist es durch ein „Mobiles Bewerbungscoaching“ eine Verbesserung der beruflichen Integration von arbeitsuchenden Migranten und Migrantinnen in den Arbeitsmarkt zu erreichen. Das MoBeMi-Projekt wird
in Kooperation mit Jobcenter Düsseldorf durchgeführt.
Als einen wichtigen Kooperationspartner für die Konzeption und die Durchführung konnte die MOZAIK gemeinnützige Gesellschaft für interkulturelle Bildungs- und Beratungsangebote mbH in Bielefeld gewonnen werden. Das Projekt wird von MOZAIK gGmbH im Rahmen des BMAS geförderten IQ-Transferprojektes „Netzwerk Migrantenorganisationen mit Bewerbungscoaching“ begleitet und beraten. Das Informations und Beratungsnetzwerk „Integration durch Qualifizierung“ (IQ) wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Jahr 2005 mit dem Ziel initiiert, die Arbeitsmarktsituation von erwachsenen Migrantinnen und Migranten bundesweit zu verbessern.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Frau Katharina Kodal, Dipl.-Päd.
Projektkoordinatorin MoBeMi
IMAZ e.V. Erkrather Straße 245, 40233 Düsseldorf-Flingern,
Tel. 0211-416 43 30; E-Mail: k.kodal@imaz.org

Herr Cemalettin Özer, Dipl.- Ing.
Geschäftsführer, Leiter des Transferprojektes „Netzwerk Migrantenorganisationen mit
Bewerbungscoaching“
MOZAIK gemeinnützige Gesellschaft für interkulturelle Bildungs- und Beratungsangebote mbH
Herforderstr. 46, D - 33602 Bielefeld
Telefon: +49 (0)521 / 329 70 9-0
Telefax: +49 (0)521 / 329 70 9-19
E-Mail: info@mozaik.de